Leistungsdiagnostik - wann macht das Sinn?

Du hast viel trainiert und würdest gerne mal „schwarz auf weiß“ sehen, wie es um deine aktuelle Leistungsfähigkeit steht? Doch unter welchen Voraussetzungen und wann macht eine Leistungsdiagnostik tatsächlich Sinn?
Es gibt viele Arten der Leistungsdiagnostik – sowohl im Bereich des Ausdauersports (am bekanntesten ist hier der Lactattest), als auch im Bereich des Kraftsports bis hin zum Bereich der Beweglichkeit nutzt man gerne das Mittel der Leistungsdiagnostik um herauszufinden, wie leistungsstark ein Athlet gerade ist.

Unabhängig davon, um welche Art der Diagnostik es sich handelt, läuft jede dieser umfassenden Untersuchungen nach ähnlichem Schema ab: du gehst Schritt für Schritt an und teilweise über deine Grenzen, wenn du am Höhepunkt deiner Leistung bist, messen Fachleute und Ärzte messbare Größen. Das Ergebnis soll dann einen Hinweis zu deiner aktuellen Leistungsfähigkeit geben. Ein Beispiel: du läufst auf einem Laufband, dir werden unterschiedliche Steigerungsintervalle vorgegeben, und du erfüllst die Anforderungen so lange du kannst. Wenn du aufhörst, weil du nicht mehr kannst, wird durch den Arzt gemessen, wie hoch dein Lactatspielgel im Blut gerade ist.
Und hier sind wir beim wichtigsten Punkt der Leistungsdiagnostik: der Wert, den du erhältst, ist eine Momentaufnahme. Dir sollten also folgende Punkte bewusst sein:

1. Führst du den Test zum ersten Mal durch, kannst du den Wert nicht mit vorherigen Werten vergleichen. Du kannst ihn nur mit der Literatur vergleichen. Da beim Sport jedoch die individuelle Leistungsfähigkeit nur durch die Gegebenheiten des jeweiligen Athleten bewertet werden kann, und eben nicht durch standardisierte Werte, welche aus dem Durchschnitt von tausenden Testergebnissen entstehen, reicht ein einmaliger Test nicht aus, um eine Annahme zu deiner aktuellen Leistungsfähigkeit zu treffen. Dieser ist dann viel mehr eine erste Benchmark, die du setzt. Diese Benchmark ist allerdings auch noch mit Vorsicht zu genießen, denn ...

2. Diese eine Momentaufnahme beinhaltet all deine Voraussetzungen am Tag der Durchführung. Hierzu gehören zum Beispiel die Qualität und die Dauer deines Schlafes in der Vornacht, dein gesundheitlicher Zustand, deine Motivation, Vorbelastungen durch Training oder auch andere Gegebenheiten. All dies und noch viel mehr sind Voraussetzungen, die man oftmals nicht vermeiden bzw. beeinflussen kann. Und doch können sie so vieles bewirken. Sie können leistungssteigernd, aber auch -hemmend wirken. Eine Leistungsdiagnostik kann daher nie gänzlich unter Idealbedingungen durchgeführt werden. Das Ergebnis spiegelt also gleichzeitig auch immer zumindest zu einem Teil deine Tagesform wieder.

Fasst man diese zwei Punkte zusammen, so ergibt sich also, dass eine einzelne Leistungsdiagnostik nicht sinnvoll ist. Um wirklich langfristig Aufschluss auf sein Leistungsniveau gewinnen zu können, ist es daher erforderlich, dass solche Untersuchungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Da die Leistung saisonal schwankt (denn du kannst dich nicht auf immer und ewig bei 100 % oder mehr deines Leistungsniveaus bewegen ohne körperlichen und mentalen Schaden davon zu nehmen), ist es dabei unbedingt erforderlich, die Untersuchungen und auch die Analyse der Ergebnisse von Fachleuten und/oder Ärzten durchführen zu lassen. Diese können dich auch bei der Wahl der Zeitpunkte für die einzelnen Diagnostiken beraten und unterstützen.

Sinnvoll fortgeführte Diagnostiken sind ein sehr gutes Indiz für eventuell notwendig werdende Trainingsanpassungen um das Leistungsniveau zielgenau beeinflussen zu können – es zahlt sich daher durchaus aus, diese regelmäßig durchführen zu lassen.

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