Der Wechsel - Biochemische Prozesse und Trainierbarkeit

Das Schwimmen lief super, aber kurz nach dem Landgang ist es dir schwindelig geworden? Zu allem Überfluss hast du nach dem Radfahren beim Laufen Krämpfe in den Oberschenkeln oder Seitenstechen bekommen? Das muss nicht sein. Lies hier vier Tipps von Matriggs, die helfen, genau solche Situationen zu vermeiden.

Tipp 1: Bereite deinen Körper auf lange Belastungen vor
Triathlon ist Ausdauersport – klar also: du solltest bereits im Training darauf Wert legen, dass der Körper längere Belastungen kennenlernt. Nehme dir also ausreichend Zeit, um dich auf jede einzelne Disziplin vorzubereiten. Zusätzlich ist bei langen Belastungen das Krafttraining unumgänglich: Möchtest du lange Belastungen nicht nur aushalten, sondern diese so meistern, dass du dich auch danach noch gut fühlst und dich nicht auf Dauer verletzt, benötigt dein Körper die notwendige Stabilität und Kraft.

Tipp 2: Trainiere deinen Puls in den unterschiedlichen Bereichen
Jede Disziplin des Triathlons „nutzt“ ihre eigene optimale Herzschlagfrequenz. So liegt der Puls beim Fahrradfahren zum Beispiel weit unter dem Puls beim Laufen. Muss man beim Schwimmen Wellengang meistern, beim Radfahren gegen Wind kämpfen oder beim Laufen einen Berg erklimmen – der Puls muss sich den Gegebenheiten anpassen. Und das immer situationsbezogen, um den Körper optimal mit Blut, Sauerstoff und Co. zu versorgen. Hierauf kann man akut und aktiv nicht einwirken, man kann aber trainieren, einen Weg zu finden, mit jedem Pulsbereich optimal zurechtzukommen. Das funktioniert am Besten mit Intervalltraining, welches man mal mehr, mal weniger intensiv und ausgiebig gestalten kann. So lernt das Herz langfristig, mit welcher Schlagfrequenz es den Körper in den jeweiligen Belastungsbereichen optimal versorgen kann. Zum Einen während der Phase des erhöhten Nährstoffbedarfs des Körpers, zum anderen während der Phase der Erholung des Körpers während der Bewegung (Rückenwind, Bergab etc.).

Tipp 3: Trainiere die Wechsel von einer Disziplin zur nächsten
Du bist Triathlet und deine Kunst ist es, drei sportliche Disziplinen direkt nacheinander zu meistern. Das soll geübt sein! Vom Schwimmen an Land gehen und nach einem kurzen Lauf zum Fahrrad darauf zu sitzen und dich fortzubewegen – das bedeutet für den Kreislauf ein Hoch an Herausforderung. Während du beim Schwimmen liegst, beim Laufen in der Aufrechten bist, dich beim Neo-Ausziehen vornüberbeugst und beim Radeln sitzt, durchläuft dein Herzkreislaufsystem alle Situationen und Arten der Versorgung, die er kennt. Die Blutflussrichtung ändert sich allein bei diesem Wechsel also drei Mal. Zusätzlich muss dein Gehirn sich auf den richtigen Ablauf in der Wechselzone konzentrieren und gezielt alles dafür tun, dass jeder Handstrich schnell und gezielt abläuft. Es laufen also in deinem Körper unendlich viele Prozesse in höchst komplexer Weise gleichzeitig ab. Bereite deinen Körper hierauf vor – einige Möglichkeiten sind: unterbreche ab und an deinen Lauf um eine Kraftübung einzubauen (damit trainierst du abruptes stehenbleiben und Hand-Auge- oder Hand-Bein-Koordination), baue in dein Krafttraining Burpees ein (hiermit trainierst du den Lagenwechsel), plane Koppeltrainings in dein Trainingsprogramm ein, d.h. gehe z.B. nach dem Radfahren noch ein bisschen laufen (so trainierst du den Übergang in die jeweils nächste Sportart).

Tipp 4: Passe deine Ernährung an
Versuche bewusst darauf zu achten, deinen Körper nicht dauerhaft „von außen“, d.h. durch Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln, mit Energie zu versorgen. Es ist vielmehr hilfreich, während den Vorbereitungsphasen darauf zu achten, gerade die Kohlenhydratzufuhr (Kohlenhydrate stellen einen schnell verwertbaren Energielieferanten dar) in Grenzen zu halten. So kann der Körper lernen mit dem, was er zur Verfügung gestellt bekommt, zurecht zu kommen und gleichzeitig lernt er dabei, sich selbst mit Energie zu versorgen. Bietet man dem Körper dann in der Hochsaison viele Kohlenhydrate an, so kann er sowohl diese als auch seine sich antrainierten und gespeicherten eigenen Reserven für die Energiebereitstellung verwenden.

Fazit: Bereite deinen Körper optimal auf den Triathlon vor – verhalte dich bewusst in den Bereichen Training und Ernährung, und der nächste Triathlon wird keine negativen Überraschungen für dich bereithalten!

 

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